You are here

Informationen zum Hundekauf

Augen auf beim Hundekauf

Nachgedacht "vor" dem Hundekauf und aufgepasst "beim" Hundekauf!

"Wir geben dem Hund die Zeit, in der wir nichts zu tun wissen, aber ein Hund schenkt uns sein ganzes Leben..." entnommen aus dem Buch "Ein Berner wird König" von Klaus D. Wiedey.

Jeder Fernseher und jeder Kühlschrank wird mit mehr Sachverstand und Hintergrundwissen erworben
und mit mehr Ansprüchen an seine Herkunft als "das Produkt Hund".



Welpen sind immer süß!

Kaufen Sie nur dann einen Hund, nachdem Sie sich überlegt haben, ob er auch für die nächsten 10 - 12 oder mehr Jahre in Ihre Lebensplanung passt.

Es reicht leider nicht aus, einen Plan A zu haben, der Plan B ist Grundvoraussetzung!

  • Wer nimmt den Hund dann, wenn Sie ausfallen, wenn Sie krank werden und für eine längere Zeit nicht für ihn sorgen können?
  • Wohin mit dem Hund im Urlaub oder sind sie bereit ihn mitzunehmen?
  • Haben Sie finanzielle Rücklagen, wenn der Hund krank wird und eine teuere Operation ansteht? Auch wenn Sie sich Gedanken über eine Tierkrankenversicherung oder zumindest eine OP-Versicherung gemacht haben, auch diese kosten monatliche Beiträge.
  • Haben Sie schon Kinder? Was ist wenn ein neues Familienmitglied kommt, muss der Hund dann weg, hat er dann noch die Privilegien, die er vorher hatte oder war er nur Ersatzkind, das dann lästig werden könnte?
  • Sind sie bereit auch Ihre Kinder so zu erziehen, dass diese Rücksicht nehmen können und mit dem Hund leben und diesen nicht als Spielzeug missbrauchen?
  • Bedenken Sie, daß in Deutschland noch immer Hundesteuer von den Kommunen erhoben wird. Der Satz ist dabei äußerst unterschiedlich.
  • In NRW ist für den Besitz eines Berner Sennenhundes der sog. 20/40 - Nachweis erforderlich.

Kaufen Sie nur dann einen Hund, wenn Sie sich all dies kritisch gefragt haben und noch viel mehr, vor allem kaufen Sie nur einen Hund der zu Ihnen passt.

Warum es so wichtig ist, sich vor dem Kauf eines Berner Sennenhundes sehr viele Gedanken zu machen:

  • Das Klischee des Berners hat was von einem "Teddybär", die meisten Berner wissen davon aber nichts.
  • Der Besuch einer Hundeschule ist dringend anzuraten, sofern Sie nicht über die entsprechenden Erfahrungen verfügen. Auch hier fallen Kosten an.
  • Ein Berner ist ein großer langhaariger Hund, der nass und aus dem Dreck kommend viel Schmutz macht.
  • Er braucht ausreichenden Platz im Hause!
  • Eventuell benötigen Sie ein größeres Auto, damit Sie ihn transportieren können. Auch wenn es im ersten Moment möglich erscheint, ein Berner auf der Rückbank einer Limousine ist eine denkbar schlechte Lösung.
  • Er braucht eine ausreichende, artgerechte Bewegung. Und Berner wollen an die frische Luft!
  • Er lernt gerne und braucht Aufmerksamkeit, haben Sie Zeit und Lust sich intensiv mit ihm zu beschäftigen?

Nun zur finanziellen Seite: ein Berner aus einer vernünftigen Zucht hat seinen Preis. Sonderangebote gibt es in der Zucht nicht.

Dieser Preis ist gerechtfertigt, denn diese Hunde sind optimal aufgezogen und die Züchter unterwerfen sich allen Regularien und Bestimmungen des Vereins, die mit entsprechenden Kosten für den Züchter verbunden sind. Eine gute Zucht kann nie eine Nebenerwerbsquelle sein, nur "Vermehrer" verdienen immer ihr Geld.

Vernünftig gezüchtete Hunde, wie im BSC e.V., stammen aus überlegten Verpaarungen, mit Elterntieren, die auf HD/ED/OCD untersucht, nach einer speziell der Rasse angepassten Zuchtordnung gezüchtet und bei einer unabhängigen und übergeordneten Auswertungsstelle (z. B. Dr. Wurster in Augsburg, bis 2006 FCI- Gutachter, bzw. Frau Dr. Viefhues in Ahlen, FCI- Gutachterin seit 2006) ausgewertet wurden.

Die Züchter, der Wurf und die Welpen werden von ausgebildeten Zuchtwarten betreut und kontrolliert. Es erfolgt eine Wurfabnahme, bei der die Hunde auf eventuelle Mängel untersucht werden. Nicht zuchttaugliche Hunde sollten zu einem reduzierten Preis abgegeben werden. Käufer sind über eine Zuchtuntauglichkeit aufzuklären und diese muss im Ahnenpass und in den Abnahmepapieren vermerkt werden.

Wichtig, nicht jeder Hund soll ein Zuchthund werden, aber gerade auch ein Familienhund sollt aus einer seriösen Zucht stammen. Dies bewahrt den Käufer vor ängstlichen, aggressiven oder kranken Hunden, die selber leiden und auch Leid zufügen können.

Kaufen Sie NIE aus Mitleid beim Händler, NIE beim Massenzüchter, NIE in einem Tiergeschäft, NIE über eine Anzeige, wo nur einen Handynummer angegeben ist und der Hund möglicherweise auf einem Parkplatz übergeben werden soll, NIE von jemandem der Ihnen den Hund sofort vorbeibringen will und NIE dort, wo Sie sich nicht auskennen, z.B. im fremdsprachigen Ausland. Nehmen Sie immer jemanden Kompetenten und Fachkundigen mit. Kaufen Sie NIE dort, wo mehr als zwei artverwandte Hunderassen gezüchtet werden. Lassen Sie sich NIE beschwatzen und fragen, fragen, fragen Sie. Bereiten Sie sich zu Hause vor, erstellen Sie sich einen Fragenkatalog.

  • Wie viele Hunde werden neben der Mutterhündin gehalten?
  • Wer ist der Vater der Welpen?
  • Wie oft wurde die Hündin bereits belegt und in welchem Zeitraum?
  • Welche Papiere erhalten die Welpen?
  • Lassen Sie sich die Papiere der Elterntiere zeigen und eine Kopie zur Prüfung mitgeben.

Sie haben sich für den Kauf eines Rassehundes entschieden – sie möchten einen echten, reinrassigen Berner Sennenhund erwerben, wo Berner drauf steht sollte auch Berner drin sein und das bezieht sich nicht nur auf sein äußeres Erscheinungsbild.

Die Gesundheit mancher Rassen leidet darunter, dass sie aufgrund Ihres äusseren Erscheinungsbildes und Ihres Charakters Modehunde werden. Das hat leider den Nachteil, dass man mit Ihnen dann Geld verdienen kann, weil die Nachfrage sehr hoch ist und darum wird Masse produziert. Das geht aber nur dann, wenn man entweder ganz ohne Papiere züchtet (also nicht unter der Kontrolle eines seriösen Vereines steht, der wichtige Dinge durch eine strenge Zuchtordnung regelt) oder sich einem sogenannten „allgemeinen Rassehundeverein“ anschliesst. Davon gibt es mehrere hundert in Deutschland, deren sogenannte Zuchtordnungen, wenn sie denn überhaupt welche haben, so allgemein gefasst sind, dass diese sowohl auf einen Chihuahua als auch auf einen Berner Sennenhund passen.

Dies setzt aber voraus, das in einem Verein gezüchtet wird, der strenge, auf den Berner abgestimmte Zuchtbestimmungen hat, die speziell die gesundheitlichen Risiken kennt und diese durch Zuchtprogramme überprüft. Der Zuchtbestimmungen hat, die für alle Züchter gelten, die unter dem Zwingerschutz dieses Vereines stehen und die Vergehen gegen diese Zuchtbestimmungen sanktioniert und nicht beide Augen zudrückt, weil er keine Züchter und Mitglieder verlieren will. Diese Zuchtbestimmungen sind ständig den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen. Nur so ist auf Dauer eine saubere, vertretbare und dem Berner gerecht werdende Zucht zu betreiben.

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an die Welpenvermittlungen der o.g. Vereine und nehmen Sie in Kauf, dass Sie auf einen Welpen eventuell warten müssen. Tragen auch Sie Sorge dafür, dass hier nicht der Hund zu einem Konsumgut wird, das nach Belieben produziert wird. Es handelt sich um ein Lebewesen, das wie wir Leid empfindet.