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Zughunde

Zughunde ? Was ist das ?

Die Arbeit mit Hunden, speziell als Zughunde, hat eine alte Tradition. Sie war und ist noch heute in manchen Ländern gang und gäbe. Sie zogen die Milchkannen im Karren, selbständig und ohne menschliche Hilfe, von der Alm zum eigenen Hof oder vom Hof zur Molkerei. Mit den Jahren wurden sie von Maschinen ersetzt und fristen meistens nur noch als „Hofhund“ oder „Familienhunde“ Ihr Dasein. Seit 2004 lassen wir diese „alte“ Tradition wieder aufblühen. OK, die Milchkarren setzen wir nicht ein, aber der Bollerwagen zum Einkaufen kann einen Menschen auch entlasten. Eine kleine Kutschfahrt lassen Kinderaugen glänzen und selbst die Erwachsenen staunen !

Ist das nicht zu schwer, gar Tierquälerei ?

Ein ganz klares NEIN !

Natürlich dient die Sache zum Wohle des Hundes. Es ist eine Alternative, neben dem „Gassi gehen“, denn Sie fordern ihn nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Man darf und sollte vom ihm keine Höchstleistungen erwarten, das ist nicht Sinn der Sache. Der eine macht Fährtensuche, andere bevorzugen Agility oder Dogdance. Wir erwecken wieder den „Urinstinkt“ in ihm und lassen ihn wieder Berner sein. Man sieht ihm die Freude jedes Mal an, wenn er etwas ziehen darf.

Voraussetzungen für den Hund !

Das wichtigste ist, das der Hund gesund ist. Man sollte beim Tierarzt nachfragen ob er gesundheitliche Einschränkungen hat oder nicht. Auch kann es nicht schaden, wenn er geröntgt ist. So kann man eine Überbelastung, bzw. eine Verschlimmerung eventuell bestehender Krankheiten verhindern.
Er sollte weiterhin gut sozialisiert sein. Das heißt, keine Angst vor Menschen haben und sich gut mit anderen Hunden vertragen. Er sollte auch keine Angst vor Lärm oder Platzangst haben. Wenn er in der Deichsel eingespannt ist, wird der Bewegungsradius doch sehr eingeschränkt. Deswegen sind diese Punkte sehr wichtig, damit er nicht „durchgeht“ und mit dem Gefährt hinter sich das weite sucht.

Wie sollte ein Hund ziehen und womit ?

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten und Ausführungen. Wir ziehen in unserem Verein mit dem sogenannten Pulkageschirr. Es ist ein Brustgeschirr welches auf den Hund zugeschnitten wird und vor der Brust ausgepolstert sein sollte. Er zieht dabei mit der Brust das Gefährt, wobei die Zugdeichsel an der Seite des Geschirrs befestigt und vom Rücken getragen wird. Das hat den Vorteil, das es für den Hund die angenehmste Art zum ziehen ist und wenn es einmal bergab geht kann das Gefährt nicht in den Hund rollen. So bleibt es sicher für den Hund und der Spaß an der „Arbeit“ erhalten.

Woher weiss der Hund, was er zu tun hat ?

Für die Zughundearbeit gibt es genauso Kommandos wie für den alltäglichen Gebrauch. Mit „Zieh an“ geht es los und er sollte sich dann in Bewegung setzen. Dann gibt es „Links“ und ein „Rechts“, weil man ja auch mal um die Kurve fahren muss. Zum Anhalten gibt es das Kommando „Steh“ und für den Notfall, das er einmal abrupt stehen bleiben soll, gibt es das „STOP“. Auch kann man das Kommando „Zurück“ anwenden, obwohl dieses doch eher schwer beizubringen ist. Alle diese Kommandos kann man in den alltäglichen Gebrauch mit einbringen. So kann er es schneller lernen.

Kann eigentlich jede Rasse ziehen ?

Ja, fast jede Rasse kann ziehen. Wir sind ein Berner Sennenhunde Verein und haben daher die Geräte auf Ihre Größe ausgelegt, aber Zughundearbeit kann jedem Hund Spaß machen. Wir haben bei uns auch ein Labrador und einen kleinen Chiwawamix, der seinen eigenen Bollerwagen hat und mit Begeisterung zieht. Ich kann natürlich nicht versprechen, das auch Ihr Hund ziehen wird, aber eine Probe lohnt sich auf jeden Fall. Ihr Hund wird es Ihnen bestimmt danken !

Was sonst noch wichtig ist !

Es gibt noch ein paar andere Sachen, die man bei der Zughundearbeit beachten muss.

  • Man sollte das Ziehen bei zu warmen Temperaturen sein lassen. Wir halten es in unserem Verein so, das über 21 °C nicht mehr gezogen wird. Man selber möchte ja auch nicht gerade bei 40 °C den Garten umgraben.
  • Die Luftfeuchtigkeit (Schwüle) sollte man auch beachten. Wenn es sehr schwül und drückend ist, sollte man den Hund ebenfalls nicht vor das Gefährt spannen. Er leidet dann genauso wie Sie bei der „Arbeit“.
  • Er sollte genügend Flüssigkeit bekommen. Zwischendurch und nach dem Ziehen sollte man ihn trinken lassen. Lieber mehrmals eine Kleinigkeit wie ein oder zweimal den ganzen Napf.
  • Nach dem ziehen sollte man ihn abschalten lassen. Es war körperlich und vom Kopf her anstrengend für Ihn. Daher braucht er jetzt etwas zum runterkommen. Ein leichter, kurzer Spaziergang, etwas mit Ihm spielen womit er Spaß hat, kann helfen. Man sollte Ihm dann auch eine Ruhepause können, wo er sich mit schlafen erholen kann. Wie viel er von den Sachen jeweils braucht, kommt auf jeden Hund individuell an und man hat es eigentlich schnell raus.

Wer es einmal probieren möchte, der kann dieses gerne tun. Weitere Infos finden Sie unter der Rubrik „So erreichen Sie uns“ bei den Zughunden.