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Zuchtordnung

Einleitung

Der BSC will durch die nachfolgende Zuchtordnung erreichen, dass die Reinzucht des Berner-Sennenhundes hinsichtlich seiner Gesundheit, seines Wesens und seiner äußeren Erscheinung sichergestellt wird. Diese Zuchtordnung soll gleichzeitig die unkontrollierte Vermehrung der Rasse verhindern, denn die Zukunft des Berner Sennenhundes ist vom Geschick und Verantwortungs-Bewusstsein jedes einzelnen Züchters abhängig. Die Zucht im BSC e.V. eignet sich nicht als Nebenerwerbsquelle, die Sorgfaltspflicht und Fürsorge durch die BSC-Züchter müssen im Vordergrund stehen.

§ 1
Grundlagen der Zucht - Zuchtgenehmigung

1. Im BSC darf nur gemäß des Schweizer Standards „Rassestandard für Berner Sennenhunde der FCI, Nr.45 (Anlage 1)“ mit Hunden gezüchtet werden, die bereits vom BSC zur Zucht zugelassen oder von der BSC- Zuchtkommission angekört und im BSC-Zuchtbuch eingetragen sind.

2. Um den BSC von Massenzüchtern oder Hundehändlern freizuhalten, wird die Haltung von Hunden im zuchtfähigen Alter auf maximal 5 (fünf) Tiere begrenzt, andere Rassen eingeschlossen. Von dieser Regelung sind ausgenommen:
- Hunde, die frühzeitig aus der Zucht genommen werden.
- Hunde, die zur Zucht gesperrt, bzw. nicht zur Zucht zugelassen sind.
- Hunde, die vom Züchter zurückgenommen werden und nicht zur Zucht eingesetzt werden.
Es soll damit erreicht werden, dass Zuchttieren und Welpen eine optimale und art- gerechte Haltung sowie Betreuung mit dem nötigen Familienkontakt zuteil wird.

3. Die Zuchtstätte ist dort, wo der Züchter seinen Wohnsitz innehat. Die Zuchtstätte wird von einem Zuchtwart begutachtet und genehmigt. Die Bedingungen unter denen die Genehmigung erteilt wird, sind unter § 4.1 geregelt.

4. Vor Belegung der ersten Zuchthündin muss eine BSC-Zuchtgenehmigung vorliegen.
Diese wird vorläufig erteilt Bei der Wurfabnahme wird durch den BSC-Zuchtwart eine endgültige Zuchtgenehmigung ausgestellt.

5. Bevor eine Zuchtgenehmigung erteilt wird, hat der Antragsteller die Zuchtordnung sorgfältig zu lesen und diese unterschrieben am Körtermin der BSC-Zuchtleitung auszuhändigen.

6. Mit Berner Sennenhunden, die nicht im BSC zur Zucht stehen, dürfen BSC-Züchter und ihre im gleichen Haushalt lebenden Familienangehörigen nicht in einem anderen Verein züchten. Durch solche Zweigleisigkeit wäre keine ausreichende Kontrolle, jedoch ein Unterlaufen der BSC-Zuchtordnung, möglich.

7.
a) Der BSC-Züchter erhält für jeden im BSC gezüchteten Welpen ein Röntgenformular gegen eine Gebühr, deren Höhe in der Gebührenordnung des BSC festgelegt wird. Der BSC-Züchter ist verpflichtet, dieses Röntgenformular mit der Veräußerung des Welpen an den jeweiligen neuen Besitzer weiterzugeben. Die dem BSC gezahlte Gebühr kann er sich vom neuen Besitzer erstatten lassen.

b) Der jeweilige Besitzer soll seinen Welpen ab Vollendung des 15. Lebensmonats bis zur Vollendung des 36. Lebensmonats röntgen lassen. Er soll die Röntgenaufnahmen durch den offiziellen FCI-Gutachter auswerten lassen. Diese Auswertung wird auf dem Röntgenformular des Hundes festgehalten. Erfolgt die Auswertung wie vorgeschrieben bis zum 36. Lebensmonats des Hundes, so werden die Kosten für diese Auswertung vom BSC erstattet.

c) Eine Kostenübernahme durch den BSC erfolgt auch für alle Welpen, die vor dem 24.01.2013 geboren wurden, wenn die Auswertung der Röntgenaufnahmen wie oben beschrieben bis spätestens zum 31.12.2016 vorgenommen wurde (sog. „Altfälle“).

d) Neben der gebührenpflichtigen Überlassung des Röntgenformulars ist der Züchter auch berechtigt, eine Röntgenkaution einzubehalten. Diese Kaution ist vom Züchter nach erfolgter Auswertung des Hundes, wie in Ziff.7b beschrieben, an den Käufer zurückzuzahlen.

8. Alle ab dem 1.1.2006 versterbenden Zuchthunde (= angekörten Hunde) müssen mittels Todmeldung, unter Aufführung der Todesursache, gemeldet werden.

§ 2
Voraussetzung zur Zuchtverwendung (Körung)

1. Angekört werden alle Berner Sennenhunde, die dem Rassestandard für Berner Sennenhunde der FCI, Nr. 45 entsprechen.

2. Für alle Berner Sennenhunde, die zur Zucht verwendet werden sollen, ist die Körung im BSC obligatorisch. Nachkommen von nicht angekörten bzw. nicht zur Zucht anerkannten Hunden werden nicht ins Zuchtbuch eingetragen und erhalten keine Ahnenpässe durch den BSC.

3. Zulassungsbedingungen zur Körung

a. Rüde und Hündin müssen das Mindestalter von 18 Monaten erreicht haben.
b. Alle Hunde müssen von Elterntieren abstammen die mit A1, A2, B1 oder B2 bzw. bis ED I beidseitig ausgewertet sind (Spezifizierung in § 3 Absatz 3).
c. Zur Körung sind nur noch Tiere mit HD-Bewertungen A1, A2, B1 und B2 und ED-Auswertung bis ED I beidseitig zugelassen (Spezifizierung in § 3 Absatz 3).
d. Alle Formulare und eine Anleitung für das Röntgen erhalten Sie nur bei der Geschäftsstelle des BSC, die diese entsprechend mit den Daten des zu röntgenden Hundes ausfüllt, per Vorkasse. Sobald das Geld auf dem Konto des BSC eingegangen ist, wird das Röntgenformular zugesandt. Dieses Formular gilt nur für den einen angegebenen Hund und darf nicht abgeändert oder vervielfältigt werden.
e. Das Mindestalter eines im BSC zum Röntgen anstehenden Hundes ist 15 Monate. Die Röntgenaufnahmen müssen unveränderbar die Kennzeichen (Name, Täto- Nummer, ab 01.01.2002 Mikrochipnummer, Wurftag) des Hundes sowie das Datum der Aufnahme enthalten und zwecks Auswertung an den offiziellen FCI-Gutachter, z.Z. Frau Dr. Viefhues, geschickt werden. Vor dem ED-Röntgen muss der Besitzer eine verpflichtende Erklärung abgeben, dass der Hund nicht an ED operiert wurde. ED- operierte Hunde sind von der Zucht ausgeschlossen.
f. Es dürfen nur einmal Röntgenaufnahmen zur Begutachtung angefertigt und an den Gutachter weitergeleitet werden, es sei denn, es soll ein Obergutachten durch den bestellten Obergutachter erstellt werden. Obergutachten können nur vom offiziellen Obergutachter angefertigt werden. Sie sind bei der BSC-Zuchtleitung schriftlich zu beantragen. Beizufügen sind neue HD-Röntgenaufnahmen in gestreckter und gebeugter Haltung, angefertigt von einer Universitätsklinik. Zusammen mit der Erstaufnahme gehen diese dann an den Obergutachter.
g. Alle eingesandten und begutachteten Röntgenaufnahmen gehen in den Besitz des BSC (siehe Formular) über und werden archiviert. Sie werden auch nach Beendigung der Mitgliedschaft nicht an den Hundebesitzer herausgegeben.
h. Der BSC führt eine HD/ED/OCD- Liste, in der alle im BSC jemals geröntgten Hunde mit entsprechendem Ergebnis aufgeführt werden. Diese Liste wird ständig aktualisiert und im BSC-Zuchtbuch jährlich veröffentlicht.
i. Der Fragebogen zur Körung ist vom Besitzer des Hundes vollständig und wahrheitsgemäß auszufüllen und mit allen dort beschriebenen Formalien der BSC-Zuchtleitung zuzusenden. Eine Bestätigung zur Annahme der Körung wird erst dann herausgeschickt, wenn alle erforderlichen Unterlagen vollständig vorliegen und geprüft wurden und die Körgebühr lt. Gebührenordnung gezahlt wurde.
j. Angekört werden nur Hunde mit freiem, offenem Wesen. Scheue, ängstliche oder aus Angst beißende sowie aggressive Hunde werden nicht angekört. Der Wesentest ist ein Bestandteil der Körung. Er muss bestanden werden, ansonsten wird der Hund nicht angekört. Der Wesenstest kann bei Nichtbestehen einmalig wiederholt werden.

4. Abkörung: Angekörte Hunde, bei denen nachträglich erhebliche Fehler oder vererbbare Krankheiten festgestellt werden oder unter deren Nachkommen nachweisbar vermehrt Erbfehler auftreten, können durch die BSC-Zuchtkommission abgekört werden.

5. Körtermine werden in den BSC-Vereinsmitteilungen (Berner Post) und dem Internet bekannt gegeben oder können bei der BSC-Zuchtleitung erfragt werden.

§ 3
Vorschriften, für die Zucht/Verpaarung

1. Paarungsvorschriften für Rüden:

a. Der Deckrüdeneinsatz wird auf 3 (drei) erfolgreiche Deckakte im Jahr begrenzt. Jeder weitere Deckakt bedarf der Genehmigung durch die BSC-Zuchtleitung. Dieser Antrag ist schriftlich einzureichen.
Eine Ausnahmegenehmigung kann nur erteilt werden, wenn es keinen passenden Paarungspartner für die Hündin gibt. Eine Paarung gilt aufgrund der folgenden zuchttechnischen Methoden als nicht passend:
• HD-Auswertung der Hunde abweichend von § 3 Abs. 3 b und c.
• Inzuchtkoeffizient > 1,17 %
• Einschränkung im Bezug auf das 3-Generationen-Modell zur Epilepsie nach Frau Dr. Kathmann.
• Zuchtbeschränkungen die bei der Körung festgelegt wurden.
• Der Antrag ist schriftlich einzureichen und muss vom Deckrüdenbesitzer und Hündinnenbesitzer unterschrieben sein.
b. Ein im BSC e.V. angekörter Deckrüde kann gemäß der BSC-Zuchtordnung in einem anderen Verein decken, wenn der BSC-Zuchtleitung der Ahnenpass und die Röntgenauswertung in Kopie vorgelegt werden. Es wird dem Deckrüdenbesitzer empfohlen, keine Hündin belegen zu lassen, die keine ED/OCD- Auswertung besitzt.

c. Bei drei erfolglosen Deckakten in Folge muss die Zuchttauglichkeit durch ein Spermatogramm bestätigt werden, welches durch einen Fachtierarzt erstellt wurde. Das Spermatogramm ist vor der nächsten Deckgenehmigung schriftlich bei der BSC-Zuchtleitung einzureichen.
d. Deckrüden unterliegen keiner Altersbeschränkung für die Zuchtverwendung.

2. Paarungsvorschriften für Hündinnen:

a. Hündinnen dürfen nach bestandener Körung bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres zur Zucht verwendet werden.
b. Der Abstand zwischen den aufeinanderfolgenden Würfen einer Hündin muss mindestens 10 Monate betragen, gerechnet wird ab dem Wurftag. 14 Tage Karenzzeit werden gestattet.
c. Bei sehr großen Würfen (mehr als 8 geborene Welpen) ist die Hündin durch einen Abstand von 18 Monaten zwischen den Belegtagen zu entlasten bzw. zu schonen.
Bei einer Sectio caesare (Kaiserschnitt) wird auf die Regelung bei großen Würfen verwiesen. (Karenzzeit 14 Tage)
d. Bei kleinen Würfen (1-3 Welpen) ohne Kaiserschnitt entscheidet die BSC-Zuchtleitung, ob die Hündin bei der nächsten Hitze belegt werden darf. Anträge sind frühzeitig schriftlich einzureichen. Falls die Hündin in der nächsten Hitze wieder belegt wird, so ist sie unabhängig von der Zahl der geborenen Welpen für 18 Monate gesperrt. (Karenzzeit s. Abs. c)
e. Eine im BSC angekörte Zuchthündin kann nach schriftlicher Genehmigung durch die BSC-Zuchtleitung von einem vereinsfremden Rüden gedeckt werden, wenn der BSC-Zuchtleitung der Ahnenpass (5-Generationen), die Röntgenauswertung und die Körunterlagen in Kopie vorgelegt werden. Der Deckrüde muss eine den BSC-Bestimmungen entsprechende HD/ED/OCD- Auswertung aufweisen. Hat der vereinsfremde Rüde keine OCD- Auswertung, wird der Deckakt dann genehmigt, wenn die Hündin eine OCD- Auswertung ohne Befund besitzt.
f. Mit Zuchthündinnen, die im BSC zur Zucht stehen, darf nicht in anderen Vereinen gezüchtet werden.
g. Besitzt der Züchter mehr als 2 Hündinnen, die in der Zucht stehen, dürfen weitere Hündinnen erst nach 6 Wochen belegt werden.

3. Zuchtmethodische Maßnahmen

a. Vor jedem Belegen sollen die BSC-Züchter frühzeitig mit der BSC-Zuchtleitung, dem BSC-Körmeister oder den BSC-Zuchtwarten über die Auswahl des Rüden sprechen um so die zuchtgünstigste Verpaarung zu erreichen. Eine entsprechende Wurfplanung mit Hilfe des Genotypprogrammes ist zwingend durchzuführen um den Inzuchtkoeffizienten festzustellen. Der Inzuchtkoeffizient darf einen Wert von maximal 1,17 % nicht überschreiten. Um eine umfassende Überprüfung zu gewährleisten ist ein vollständiges Erfassen aller Ahnen bis zur fünften Generation notwendig. Beim Einsatz von Fremdrüden sind diese Daten vom BSC-Züchter beizubringen. Gelingt dies nicht, wird der Einsatz des Fremdrüden nicht genehmigt. Die Wurfplanung ist für maximal drei vom BSC-Züchter ausgesuchte Deckrüden bei der BSC-Zuchtleitung zu beantragen.

b. Zur Zucht sind nur noch Tiere mit HD-Bewertungen in folgenden Kombinationen zugelassen:
Rüde A1 mit Hündin A1 Rüde B1 mit Hündin A2
Rüde A2 mit Hündin A1 Rüde B2 mit Hündin A2
Rüde A1 mit Hündin A2 Rüde A1 mit Hündin B1
Rüde A2 mit Hündin A2 Rüde A2 mit Hündin B1
Rüde B1 mit Hündin A1 Rüde A1 mit Hündin B2
Rüde B2 mit Hündin A1 Rüde A2 mit Hündin B2
c. Tiere mit ED I, dürfen nur mit ED 0 verpaart werden.
d. Es wird dringend empfohlen, vor einem geplanten Deckakt eine Kokkenuntersuchung bei der Hündin (kurz nach Beginn der Hitze) von einem Tierarzt durchführen zu lassen. Der Rüde sollte mit einem dazu geeigneten Präparat (z.B. Caniprivent oder Epiotic) mehrmals vor dem Deckakt gespült werden.
e. Die Hündinnenbesitzer sind darüber zu informieren, ob innerhalb der vorangegangenen 7 Tage weitere Deckakte des gewählten Rüden stattgefunden haben.
f. Wiederholungsverpaarungen sind nur genehmigungsfähig, wenn eine Nachzuchtkontrolle gewährleistet ist. D.h. mind. 50 % der Nachkommen sind geröntgt, die Ergebnisse der HD-/ED-/OCD- Auswertung sind nicht schlechter als das Mittel der letzten 2 Jahre und keine weiteren gravierenden Erkrankungen festgestellt wurden.

4. Über Würfe aus Verbindungen, in denen ein bzw. beide Elternteile die unter §1 bis §3 gestellten Bedingungen nicht erfüllt haben, berät die BSC-Zuchtkommission in Verbindung mit der BSC-Zuchtleitung über entsprechende Maßnahmen. Bei Einspruch des Züchters gegen die Maßnahmen entscheidet der Hauptvorstand.

5. Hunde, die an epileptischern Anfällen leiden, sind von der Zucht ausgeschlossen bzw. werden bei Auftreten der Krankheit sofort abgekört. Verpaarungen werden nur im Rahmen des Drei-Generationen-Modells nach Kathmann genehmigt.

6. Hunde mit Papieren der in der Anlage zur Zuchtordnung aufgeführten Vereine sind von der Zucht im BSC e.V. ausgeschlossen. Gleichzeitig dürfen im BSC e.V. angekörte Hunde nicht zur Zucht mit Hunden aus diesen Vereinen verwendet werden. Über Ausnahmeregelungen berät die BSC-Zuchtleitung in Verbindung mit der BSC-Zuchtkommission.

7. Änderung der Vorgehensweise bei der Zulassung von ED ausgewerteten Hunden durch den SSV:
a. Es werden nur noch Hunde aus dem SSV zur Körung/Zucht zugelassen, die mit ED frei ausgewertet wurden.
b. Wurden Hunde im SSV mit ED belastet ausgewertet, so müssen diese Hunde erneut geröntgt und die Röntgenbilder durch den offiziellen FCI- Gutachter ausgewertet werden.
c. Werden Hunde mit Röntgenformularen aus dem SSV gekauft, so muss bei der Röntgenauswertung neben dem SSV- Gutachten ein BSC- Gutachten angefertigt werden.

§ 4
Der Wurf

1. Die Voraussetzung für die artgerechte Unterbringung einer Zuchthündin mit ihrem zu erwartenden Wurf ist ein Wurfraum oder ein Hundehaus mit anschließendem Auslauf von mindestens 50 qm, den die Welpen altersgemäß (ab der 3. Woche) frei nach eigenen Bedürfnissen erreichen oder verlassen können. Der Wurfraum oder das Hundehaus sollte über mindestens zwei ausreichende Lichtquellen und eine ordentliche Belüftungsmöglichkeit verfügen. Der Boden sollte mit geeigneten Materialen ausgelegt sein. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Hunde sauber und trocken liegen können. Der Auslauf sollte abwechslungsreich gestaltet werden, so dass die Welpen Spielmöglichkeiten haben, verschiedene Untergründe kennen lernen und sich zurückziehen können. Für eine gute Sozialisation der Welpen ist zu sorgen, ihre Betreuung ist in ausreichendem Maße zu gewährleisten.

2. Es dürfen nur lebenstüchtige Welpen, die keine Missbildungen zeigen aufgezogen werden. Lebensuntüchtige Welpen müssen erforderlichenfalls durch den Tierarzt euthanasiert werden.

3. Es müssen alle Welpen auf dem Wurfmeldeschein, der zur BSC-Zuchtleitung zu senden ist, angegeben werden, auch die nicht lebensfähigen oder totgeborenen. Weiter sind eventuell vorkommende Missbildungen aufzuführen. Für eine spätere Recherche ist das vollständige Ausfüllen der Formulare unverzichtbar.

4. Bis zum 2. Tag dürfen vorhandene Afterkrallen bei Vorliegen einer tierärztlichen Indikation fachgerecht durch einen Tierarzt entfernt werden.

5. Welpen, die durch Fehlzeichnung (zuviel Weiß, Halsring, Stiefel usw.) nicht zur Weiterzucht geeignet sind, dürfen nicht getötet werden. Sie werden auch in das BSC-Zuchtbuch eingetragen. Es muss aber im sie betreffenden BSC-Kaufvertrag als Fußnote vermerkt werden, warum sie für die Weiterzucht im BSC nicht verwendet werden können. Das Zuchtverbot wird in den Ahnenpass und die Wurfabnahmepapiere eingetragen. Der Käufer ist zwingend über ein Zuchtverbot vom BSC-Züchter aufzuklären. Der Welpenpreis ist angemessen zu reduzieren.

6. Das Gewicht der Welpen ist bis zum 14. Tag täglich festzustellen, danach wöchentlich. Die Gewichtstabelle ist dem BSC-Zuchtwart bei der Wurfabnahme vorzulegen. Dieser nimmt die endgültige Gewichtskontrolle vor. Das Gewicht sollte je Lebenswoche 1 kg, das Mindestgewicht jedoch bei der Wurfabnahme mindestens 7 kg betragen.

7. Bis zur Wurfabnahme sind die Welpen mehrfach zu entwurmen und zeitgemäß zu impfen. Der Nachweis ist dem BSC-Zuchtwart vorzulegen. Die Welpen müssen nach der Impfung noch eine volle Woche beim Züchter verbleiben, um den Impfschutz nicht durch den Umgebungswechsel zu gefährden. Sie dürfen grundsätzlich nicht vor Ende der 9. Lebenswoche abgegeben werden.

8. Sind die aufgeführten Bedingungen nicht oder nur zum Teil erfüllt, wird die BSC-Zuchtgenehmigung nicht erteilt oder zurückgenommen. Der BSC-Zuchtwart hat das Recht, bei einer Zwingerkontrolle, die im Wiederholungsfalle unbefriedigend ist, die BSC-Zuchtgenehmigung zurückzunehmen und diese an das BSC-Zuchtbuchamt zu senden sowie den BSC-Körmeister und die BSC-Zuchtleitung davon zu unterrichten.

§ 5
Wurf- und Zuchtstättenkontrollen

1. Der Wurf wird von einem BSC-Zuchtwart auf Wunsch kurz nach der Geburt besichtigt. Die endgültige Wurfabnahme erfolgt nach Überweisung der Gebühren frühestens ab Ende der 7. und spätestens in der 9. Lebenswoche der Welpen. Die Welpen sind auf Kosten der Züchter zwingend mit einem Transponder (Chip) fälschungssicher zu kennzeichnen. Der Züchter ist für die Einhaltung des Termins mitverantwortlich. Das tierärztliche Gutachten ist bei der Wurfabnahme dem BSC-Zuchtwart auszuhändigen. Eine Kopie ist im Zwingerbuch abzuheften.

2. Der BSC-Zuchtwart hat das Recht die Wurfstätte und den Wurf sowie die Zuchthündin nach Anmeldung -auch kurzfristig- zu begutachten, um die Betreuung und die Haltung zu überprüfen.

3. Der BSC-Zuchtwart hat das Recht, Ahnenpässe einzubehalten oder einzuziehen, wenn bei den Welpen grobe Mängel festgestellt werden und er muss diese im Wurfabnahmeschein sowie in der Wurfbeurteilung aufführen. Zum Beispiel: Unterernährung, Wurmbefall, Verschmutzung oder Ängstlichkeit.

4. Bei sehr großen Würfen (mehr als acht Welpen) und bei Würfen mit geringem Geburtsgewicht ist die allgemeine Verfassung der Welpen mit zu berücksichtigen. Stark untergewichtige Welpen (unter 7 kg) werden nicht abgenommen. Diese sind beim BSC-Zuchtwart innerhalb von 2-3 Wochen noch einmal vorzustellen.

5. Der BSC-Zuchtwart muss sich bei der Wurfbesichtigung oder der Wurfabnahme auch vom Zustand der Mutterhündin und der Zuchtstätte überzeugen. Sind Mängel vorhanden, berät der BSC-Zuchtwart den BSC-Züchter und wiederholt seinen Besuch. Tritt keine sichtbare Besserung ein, wird dem BSC-Züchter die Zuchterlaubnis entzogen.

6. Der BSC-Zuchtwart füllt in Gegenwart des BSC-Züchters den Wurfabnahmeschein und die Wurfbeurteilung aus. Die Originale gehen zur BSC-Zuchtleitung (von dort zu den zuständigen Stellen). Die jeweiligen Kopien verbleiben beim BSC-Züchter für seine Zuchtunterlagen.

7. Bei Kennzeichnung des Hundes mit einem Transponder ist die Chip- Nr. im Ahnenpass durch den BSC-Zuchtwart einzutragen. In diesem Fall ist die Identität des Welpen mittels Lesegerät durch den BSC-Züchter nachzuweisen.

§ 6
Administratives

1. Ab 01.01.2006 müssen alle Besitzer neu angekörter Hunde (Hündin sowie Rüde) eine Lose-Blattsammlung für Züchter im BSC e.V. kaufen. Das Nachschlagewerk soll eine Wissensgrundlage schaffen und jederzeit über aktuelle Ergebnisse aus der Zucht des BSC sowie aus Wissenschaft und Forschung informieren.

2. Der Hündinnenbesitzer hat eine Paarung innerhalb von 8 Tagen mit dem Vordruck „Deckmeldungen“ der BSC-Zuchtleitung des BSC zu melden, diese leitet die Deckmeldung an die zuständigen Stellen weiter. Der erfolgte Wurf, aber auch das Leerbleiben einer Hündin muss wiederum spätestens 8 Tage nach dem errechneten Wurftermin der BSC-Zuchtleitung schriftlich angezeigt werden (Vordruck „Wurfmeldung“).

3. Es ist zwingend erforderlich den BSC-Deckgebührenvertrag abzuschließen. Die Deckgebühr beträgt für jeden lebenden Welpen nach 14 Tagen 90 €.

4. Der Züchter gibt allen Welpen eines Wurfes Namen mit gleichen Anfangsbuchstaben, beginnend mit „A“. Die weiteren Würfe in alphabetischer Reihenfolge. Bis spätestens zum Ende des 28. Lebenstages müssen die Namen der Welpen unaufgefordert beim BSC- Zuchtbuchamt nachgemeldet werden. Doppelnamen sind zulässig. Abkürzungen (z.B. A-Berni) sind nicht zulässig. Der Name, mit Zwingernamen, darf inklusive aller Zeichen – auch Leerzeichen – nicht länger als 30 Zeichen sein.

5. Jeder BSC-Züchter hat ein Zwingerbuch zu führen, in dem gewissenhaft jeder Wurf einzutragen ist. Das Zwingerbuch muss dem BSC-Zuchtwart bei der Wurfkontrolle oder Wurfabnahme vorgelegt werden. Das Zwingerbuch kann als PC-Liste oder als handschriftliche Aufzeichnung geführt werden. Es muss sauber, ordentlich, übersichtlich und vollständig geführt werden.

6. Der BSC-Züchter muss den BSC-Ahnenpass vor der Weitergabe des Welpen unterschreiben und den neuen Besitzer mit voller Anschrift eintragen. Die Anschrift des Welpenkäufers muss auch in das Zwingerbuch eingetragen werden.

7. Die Züchter sind verpflichtet, der BSC-Geschäftsstelle die Namen und Adressen der Käufer mit deren Einverständnis mitzuteilen.

8. Der BSC-Züchter verpflichtet sich:
a. das Zwingerbuch gewissenhaft zu führen,
b. die Zuchtstätte in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Es ist alles Menschenmögliche zu tun, die Tiere von Parasiten und durch regelmäßiges Impfen sowie gute Pflege von Krankheiten frei zu halten.
c. die erforderlichen Meldungen (Deckmeldung und Wurfmeldung) innerhalb der genannten Frist an die BSC-Zuchtleitung zu senden,
d. keine Welpen an Händler, Massenzüchter oder Versuchslaboratorien zu verkaufen oder abzugeben,
e. beim Verkauf der Welpen den Käufer über zuchtausschließenden Merkmale aufzuklären,
f. sich an den Richtpreis für einen Welpen zu halten,
g. Zuchttiere nach Vollendung des Zuchtalters (Hündin im 8. Lebensjahr) nicht weiterzugeben, sondern ihnen in ihrer vertrauten Umgebung das Gnadenbrot zu geben. Sie haben es verdient,
h. Mindestens alle zwei Jahre an einem Züchterdiskussionstag des BSC oder einer gleichwertigen Fortbildungsveranstaltung teilzunehmen. Nachweise sind der BSC-Zuchtleitung vorzulegen,
i. Die Züchter verpflichten sich, den Todestag und die Todesursache Ihrer Zuchthunde und wenn möglich auch derer Nachkommen und aufgetretene erbliche Fehler und Krankheiten der BSC-Zuchtleitung mitzuteilen.

§ 7
Die Zuchtkommission

Die BSC-Zuchtkommission besteht aus der BSC-Zuchtleitung, dem BSC-Körmeister und einem BSC-Zuchtwart oder aus der BSC-Zuchtleitung und zwei BSC-Zuchtwarten, bzw. dem BSC-Körmeister und 2 BSC-Zuchtwarten.

§ 8
Sanktionen bei Verstoß gegen die Zuchtordnung

Sollte gegen die gültige Zuchtordnung des BSC verstoßen werden, behalten sich die BSC-Zuchtleitung und der BSC-Körmeister in Absprache mit den BSC-Zuchtwarten und dem Hauptvorstand, zuchtbezogene Strafen vor.
Zuchtbezogene Strafen können sein:
a. befristete oder dauernde Zuchtsperre,
b. befristet oder dauernde Zuchtbuchsperre,
c. Zuchtverbot oder
d. der Ausschluss aus dem BSC.

§ 9
Änderung der Zuchtordnung

Entsprechend der Satzung des BSC, § 20 Abs. 2, wird die Zuchtordnung vom Gesamtvorstand beschlossen und der Mitgliederversammlung zur Kenntnis gebracht.
Änderungen sind mit einer 2/3 Mehrheit der Mitglieder des Gesamtvorstandes möglich.

§ 10
Schlussbestimmungen

Die BSC-Zuchtordnung gilt auch für alle Tiere aus anderen Vereinen sowie vereinsfremde Tiere aus dem In- und Ausland.

Diese neue Zuchtordnung ersetzt die vorherigen sowie deren Einzelbeschlüsse.

Die BSC-Zuchtordnung tritt mit dem Beschluss durch den Gesamtvorstand vom 30.01.2010 mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Die BSC- Zuchtordnung wurde zuletzt durch Beschluss des Gesamtvorstands auf elektronischem Wege vom 24.01.2013 geändert. Die Änderung tritt ab diesem Datum in Kraft.

Anlage zur Zuchtordnung

Hunde folgender Vereine und Verbände sind zur Zucht im BSC e.V. ausgeschlossen.

1. VRZ-DHS e.V. – Vereinigte Rassehundezüchter e.V.
2. ACR e.V. im VDHV e.V.– Allgemeiner Club der Rassehundefreunde e.V.
3. WRV e.V. - Westdeutscher Rasse und Gebrauchshunde Verband e.V.
4. ACH e.V. – Allgemeiner Club der Hundefreunde Deutschland e.V.
5. BSRHV e.V. – Berner-Sennen-Rassehundeverein e.V.
6. WZRV e.V. – Westdeutscher Zucht- und Rassehundeverein e.V.
7. VDHV e.V. – Verband Deutscher Hundezuchtvereine e.V.
8. ICR e.V. – Internationaler Club der Rassehundezüchter und Edelkatzenzüchter und Liebhaber e.V.
9. DRC e.V. Soltau – Deutscher Rassehunde Club e.V. Soltau
10. IRV e.V. – Internationaler Rassehunde-Verband e.V.
11. RFD e.V. – Rassehunde- Freunde- Deutschland e.V.

In Einzelfällen kann die BSC-Zuchtkommission Hunde aus den unter Punkt 1 bis 11 genannten Vereinen auf schriftlichen Antrag des Besitzers zur Zucht im BSC zulassen.